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Angst und Vertrauen

Kalenderwoche 4 im Jahr 2018
22.01.2018 - 28.01.2018

von Christof Reusch (Pastoralreferent)

Angst und Vertrauen
Die Angst geht um. Angst vor der Arbeitslosigkeit, Angst vor Einsamkeit, Angst vor Tod und Trauer. Angst.
Haben wir dem nichts entgegenzusetzen? Ist Vertrauen ein zu hohes Risiko?
Christlicher Glaube allein schafft keine neuen Arbeitsplätze, verdrängt nicht Trauer, schenkt nicht den Partner fürs Leben. Christlicher Glaube stärkt, mit solchen Situationen umzugehen.
Woher denn nimmt der Mensch die Kraft, angesichts mancher oft bedrohlichen Lebens-situationen (bis hin zur Bedrohung der eigenen Existenz) weiterzuleben und z. T. gut weiterzuleben?
Schon in den Schriften des Alten (Ersten) Testamentes werden in vielfältiger Form die großen und kleinen Katastrophen des Lebens (z.B. Hiob), die Trauer und Hoffnung, die Angst und die Freude, alle Erfahrungen, die das Menschsein ausmachen, detailliert beschrieben. Ein berühmtes Wort der Hoffnung ist der Psalm 23 (hier in der Bearbeitung von Jörg Zink):

Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.
In einer reichen Aue ist meine Weide, frisches Wasser quillt für mich,
wo immer er mich hinführt.
Er erquickt meine Seele. Er führt mich auf rechten Wegen,
denn Gott ist es, der mich führt.
Und wenn ich im finstern Tal wandere, fürchte ich doch kein Unheil,
denn du bist bei mir.
Dein Stab, dein Speer, sie schützen mich und geben mir Frieden.
Mit Güte und Freundlichkeit umgibt mich der Herr alle Tage meines Lebens,
und ich habe Wohnrecht in seinem Haus, jetzt und in Ewigkeit.


„Gottes sorgendes Walten“ wird hier in dem Bild des Hirten beschrieben, der für ein gutes Umfeld trotz aller Schicksalsschläge sorgt. Gott ist da, besonders in den dunkelsten Stunden des Lebens, im finstersten Tal. Der Psalm spricht von einer Hoffnung, die nicht vertröstet auf ein sorgenfreies Leben nach dem Tod. Hier wird eine Hoffnung für das Hier und Jetzt verheißen. Eine Hoffnung, die ihren Ursprung in Gott hat. In seiner unverbrüchlichen Zusage, uns nicht allein zu lassen.
Vielleicht schenkt diese Zusage Gottes uns Menschen immer wieder die Kraft und den Mut nicht nur weiterzuleben, sondern unser Leben auch in Zukunft sinnvoll und froh zu gestalten.

Christof Reusch, Pastoralreferent St. Ursula Oberursel-Steinbach