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Das Sakrament der Stärkung

Die Krankensalbung (früher "Letzte Ölung" genannt) ist ein Gebet um Heilung und Stärkung, eines der sieben Sakramente der katholischen Kirche. Sie kann durch einen Priester jedem gespendet werden, dessen physische oder psychische Gesundheit bedroht ist. Nicht nur in Todesgefahr, sondern auch z. B. bei Krankheit, nach Unfällen, vor schweren Operationen, bei Altersschwäche, oder bei psychischen Erkrankungen.

Der Besuch am Krankenbett fällt uns oft schwer. Auf einer Seite haben wir Angst um die Kranke auf der anderen scheuen wir die Berührung mit der Welt der Krankheit. Unsere Gesellschaft hat wenig Zeit für Schwache und Kranke. Es ist nicht leicht bei einem Kranken, geschwächten Menschen zu sitzen, mit ihm zu sprechen, seine Hand zu halten. Dazu kommt noch oft vor, dass schwere Krankheit und hohes Alter mehr und mehr aus der häuslichen Lebenswelt ausgelagert werden. Kranke Menschen bleiben oft alleine.

Im Neuen Testament im Jakobus Brief 5, 14-16 lesen wir: „ Ist einer von euch krank? Dann rufe er die Ältesten der Gemeinde zu sich; sie sollen Gebete über ihn sprechen und ihn im Namen des Herren mit Öl salben. Das gläubige Gebet wird den Kranken retten und der Herr wird ihn aufrichten; wenn er Sünden begangen hat, werden sie ihm vergeben. Darum bekennt einander eure Sünden, und betet füreinander, damit ihr geheilt werdet.“

Viele Jahrhunderte war das Sakrament der Krankensalbung als „Letzte Ölung“ verstanden. Oftmals wurde das Sakrament erst gespendet, wenn der Sterbende bereits das Bewusstsein verloren hatte oder sogar schon Tod war. Viele Menschen in unseren Gemeinden verstehen dieses Sakrament noch immer so. Sie melden ihre kranken Angehörigen sehr spät bei dem Priester. Alle Sakramente sind für lebendige Menschen vorgesehen und einem Toten kann kein Sakrament gespendet werden. Daher eine große Bitte an Sie alle, dass Sie ihre Kranken Angehörigen rechtzeitig im Pfarramt melden, damit sie das Sakrament der Krankensalbung im vollen Bewusstsein empfangen können.

Das neue Verständnis gab dem Sakrament der Krankensalbung das Zweite Vatikanische Konzil (1962 - 1965). In ernster Krankheit oder im hohen Alter, ist die Krankensalbung das „Sakrament der Aufrichtung“ Dieses Sakrament soll nicht am Ende des Lebens gespendet werden und darf nicht als Vorbote des Todes erscheinen. In diesem Sakrament will Jesus Christus dem kranken Menschen als Heiland begegnen. Der Kranke soll in jeder ernsten Krankheit das Sakrament der Krankensalbung zu empfangen und so die stärkende Nähe des Herrn zu erfahren.

Das Sakrament der Krankensalbung als Sakrament des Lebens kann alte wie junge Menschen in der Krankheit stärken und ermutigen. Es kann nicht nur in akuter Lebensgefahr, sondern auch vor einer schweren Operation gespendet werden. Dann wird die Lebenshoffung gestärkt und das Vertrauen zu Gott gefestigt. Es ist wichtig zu wissen, dass dieses Sakrament mehrmals im Leben gespendet werden kann, nicht erst am Ende des Lebens.

Die gültige und erlaubte Spendung der Krankensalbung ist in der katholischen Kirche einem Bischof oder Priester vorbehalten.

Außerdem wird jedes Jahr in der Österlichen Bußzeit ein Gottesdienst mit der Spendung der Krankensalbung für alte und kranke Menschen angeboten. Wir laden Sie dazu herzlich ein.

Gemeinsames Gebet, Fürbitte und besonders die Feier der Eucharistie sollen den Kranken zeigen, dass sie trotz aller Ängste und Schmerzen nicht alleine, sondern weiterhin wichtige Mitglieder der Gemeinde sind.
Letzte Änderung am 05.07.2012 - 23:27 Uhr von Peter Funk