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Kirche St. Aureus und Justina

Anschrift

Lange Str. 106
61440 Oberursel

Öffentlicher Nahverkehr

Fahrplanauskunft St. Aureus und Justina

U-Bahnlinie U 3, Haltestelle "Oberursel-Bommersheim"
Stadtbus Linie 42, Haltestelle "An der Friedenslinde oder Kalbacher Straße"
Stadtbus Linie 44, Haltestelle "An der Friedenslinde oder Kalbacher Straße"

Vorstellung

Kirche St. Aureus und Justina mit Pfarrzentrum

Geschichte

Bereits im 7. Jahrhundert wurde Bommersheim als Siedlungsplatz eines fränkischen Edelmanns namens Botmar und seiner Gefolgsleute gegründet. Es spielte in der Geschichte, besonders im späten Mittelalter, eine bedeutende Rolle.

Urkundlich taucht "Botmarsheim" (oder "Botmersheim") jedoch erstmals in einer Schenkungsurkunde an das Reichskloster Lorsch, ausgestellt durch die fränkische Adelsfamilie Folcbertus und seiner Ehefrau Gundrath am 28. Oktober 792 auf. Bereits zur Zeit Kaiser Barbarossas errichtete das Rittergeschlecht der Schelme von Bergen und Bommersheim eine Tal- oder Wasserburg, die im 14. Jahrhundert zu einer mächtigen Festung ausgebaut wurde. Ausgrabungen und Reste von dieser Burg sind noch heute neben der Kirche zu sehen.
Diese staufische Festungsanlage entwickelte sich zu einem bedrohlichen Raubritternest. Nach Gründung des Rheinischen Städtebundes wurde die Veste Bommersheim, unter Leitung der Freien Reichsstadt Frankfurt, mit kaiserlicher Erlaubnis im Jahre 1382 völlig zerstört. Die Existenz dieses hier ansässigen Reichsrittergeschlechts bezeugen Urkunden ab 1227; wahrscheinlich erlosch es mit dem Tod des Reichsritters Philipp von Bommersheim in Friedberg im Jahre 1549. Grabplatten in Großumstadt sowie in den Klöstern Amstein, Arnsburg und Engelthal sind die letzten stillen Zeugen dieses einst so gefürchteten Rittergeschlechts.

Außerhalb der Wehrmauern, neben der heutigen Kirche, stand bereits eine Burgkapelle zu Ehren des Mainzer Märtyrerbischofs Aureus und seiner Schwester Justina. Urkunden von 1314 und 1316 weisen auf deren Errichtung und Fundierung, sowie Stiftung einer "Ewigen Messe durch Heilmann (Heinrich) von Bomirsheim und Burggraf von Starkenburg und seiner Gattin Irmingardis im "castro bomirsheim" hin.

Unter der Leitung des Pfarrers Anton Schneider und des Schultheißen Heinrich Schmitt legte man am 14.9.1736 den Grundstein für den Bau der Bommersheimer Barockkirche St. Aureus und Justina, die von dem Baumeister Christian Fritz und seinem Sohn Jacob aus Tirol errichtet wurde. 1740 erhielt die Kirchengemeinde Bommersheim ihre pfarrliche Unabhängigkeit. Die Konsekration der Kirche erfolgte jedoch erst am 15.8.1765.

Heute gehört die Kirche zur Pfarrei St. Ursula, Oberursel und Steinbach.


Innenausstattung

Der barocke Hochaltar
Die Innenausstattung der Kirche ist noch fast vollständig aus der Entstehungszeit erhalten und macht die Kirche zu einem Kunstwerk von außerordentlichem Rang. Besondere Beachtung verdienen der barocke Hochaltar des Hadamarer Bildhauers Martin Volk (1740) und die barocken Seitenaltäre des Johann Wiess (vor 1738).

Informationen finden Sie hier

Kirchenpatrone St. Aureus und Justina

Kirchenpatrone St. Aureus und Justina
St. Aureus und Justina zählen zu den Heiligen des Mittelalters, und bis ins 19. Jahrundert fand ihre Verehrung in Wallfahrten und jährlich wiederkehrenden Prozessionen im gesamten Mainzer Herrschaftsbereich ihren Höhepunkt.

Der Hl. Aureus war in der Zeit vor 441 Bischof in Mainz. Im Kampf um die Erhaltung der wahren christlichen Lehre gegen die Häresie, der unter den ostgermanischen Völkern verbreiteten Lehre des Diakons Arius aus Alexandrea, wurde er zunächst von Arianern aus Mainz zusammen mit seiner Gemeinde aus Mainz vertrieben. Später kehrte er nach dem Hunneneinfall zur Unterstützung der noch überlebenden Bevölkerung und Organisation des Widerstandes dorthin zurück. Daraufhin wurden er und seine Schwester, sowie alle "rechtgläubigen römischen Christen" in ihrer Kirche, vermutlich im Jahre 451, der Legende nach von den Hunnen und deren Gefolgsleuten, den arianischen Ostgoten, ermordet.

Die Reliquien der Heiligen haben in Bommersheim trotz der vielen Kriege, Brandschatzungen, Plünderungen und Religionswechsel während und nach der Reformationszeit alle Wirren unbeschädigt überstanden und befinden sich heute in einem Reliquienschrein unter dem Hauptaltar.

Den Gedenktag der Heiligen Aureus u. Justina feiern wir am 16. Juni.
Letzte Änderung am 09.12.2015 - 22:59 Uhr von Ottmar Görge