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Unser Patron der Heilige Petrus Canisius

Petrus Canisius wurde am 08. Mai 1521 in Nymwegen als Sohn einer Patrizierfamilie geboren. Seine Vaterstadt gehörte schon damals nicht mehr politisch zu Deutschland, hatte jedoch kulturell viele Beziehungen dorthin. Der kleine Peter wuchs in einer tief christlichen und echt katholischen Familie auf. Nach dem Wunsch seines Vaters erhielt er eine gründliche Schulbildung und wurde mit 14 zum Studium nach Köln geschickt. 1534 unternahm er eine Reise nach Mainz, um dort Peter Faber, den ersten Jesuiten, kennen zu lernen. Canisius hatte von dem neu gegründeten Orden der Gesellschaft Jesu gehört und wollte sich nun selbst ein Urteil bilden. Nach Wochen der Abgeschlossenheit und Sammlung erbat er die Aufnahme in diesen jungen Orden und erhielt diese an seinem Geburtstag.
Wenige Jahre blieb er in Köln und wurde dort zum Priester geweiht. Trotz seiner Jugend bestimmte der Rat der Stadt Köln Canisius 1545 zum Gesandten bei Kaiser Karl V. Als 26-jähriger wurde er später auf das Konzil von Trient als theologischer Berater berufen; so sehr wußte man seine wissenschaftliche Gründlichkeit und Gewandtheit zu schätzen. Es folgte ein kurzer Aufenthalt in Rom in der unmittelbaren Nähe des heiligen Ignatius von Loyola, dem Gründer der Gesellschaft Jesu, der ihn 1549 auf sein eigentliches Arbeitsfeld nach Deutschland zurückschickte.

Alles, was Petrus Canisius unternahm, war wirkliche Seelsorge. Aus dieser Sorge um die Seelen erwuchs sein unglaublich erscheinender Arbeitseifer. Als Prediger, Beichtvater und Exerzitienmeister half er vielen Menschen in verschiedenen Gegenden Deutschlands, der Kirche die Treue zu halten. Als Organisator wirkte Canisius weit über seinen unmittelbaren Umkreis hinaus. Als erster deutscher Jesuit baute er die Gesellschaft Jesu in Deutschland auf. Dreizehn Jahre lang leitete er als Provinzialoberer die Oberdeutsche Provinz des Ordens. Zahlreiche Kollegien, in denen die Jugend erzogen wurde, verdanken seinen Anstrengungen ihr Entstehen, denn gerade in der Bildung der Jugend sah Canisius den entscheidenden Punkt für die Zukunft der Kirche in Deutschland. Dazu kam die zeitweilige Tätigkeit als Administrator der Diözese Wien. Mit fast allen bedeutenden Männern seiner Zeit blieb er durch einen umfassenden Briefwechsel in Verbindung, dessen Ausgabe acht umfangreiche Bände füllt. Die am weitesten reichende Wirkung hatte seine Tätigkeit als Schriftsteller. Auch hier galt seine erste Sorge der Jugend. Mit seinem kleinen und großen Katechismus leitete er eine ganz neue Form christlicher Erziehung und Glaubensübermittlung ein, die sich bis in die heutige Zeit auswirkt. Daneben arbeitete er an streng wissenschaftlichen Werken, die die katholische Glaubenslehre darlegten. Diese wissenschaftliche und schriftstellerische Leistung war so bedeutungsvoll, dass Canisius mit seiner Heiligsprechung zum Kirchenlehrer erhoben wurde.

Die letzten Jahre seines Lebens bis zu seinem Tod am 21. Dezember 1597 verbrachte er in dem Jesuitenkolleg in Freiburg in der Schweiz. Hier war es, wo er auf Drängen seiner Mitbrüder in seinen "Bekenntnissen" und seinem "Geistlichen Testament" die Geschichte seines Lebens niederschrieb. Dankbarkeit gegen Gott für seine Führungen und Fügungen, Liebe und Treue zur katholischen Kirche und zu seinem Orden und eine große Bescheidenheit gegenüber seinem eigenen Lebenswerk, sind die Grundzüge dieser beiden Büchlein.
Letzte Änderung am 15.02.2014 - 17:40 Uhr von Renate Kexel